
Der Emeya hat Lotus-Gene trotz 2,5 Tonnen. Er ist dramatisch, futuristisch, elegant und schnell.

Der rein elektrische Luxus Gran Tourismo ist dort Lotus, wo man es erwartet. Er ist schnell, sogar doppelt schnell: Von Null auf Hundert sprintet er in weniger als drei Sekunden und er lädt schneller als viele Oberklasse-Konkurrenten. Mit einer durchschnittlichen Ladeleistung über 300 kW und einem 10 – 80-Prozent-Sprint in 15 Minuten. Der E-Brite ist dort kein Lotus, wo man es befüchtet hätte: Er ist nicht klein und nicht bretthart.
Dafür ist er mehr als fünf Meter lang, luxuriös und mit bis zu 918 PS durchaus ausreichend angetrieben. Dabei ist er kein puristischer GT, sondern vielmehr ein sehr angenehmer Reisewagen mit Supersportwagen-DNA. Dabei ist die Konkurrenz ein durchaus exklusiver Club. Der Emeya tritt gegen eine ziemlich toughe Truppe an: Darunter der Porsche Taycan, das Schwestermodell Audi e-tron GT, der Tesla Model S und der Lucid Air. Der Taycan etwa ist das Referenzmodell für fahrdynamische Elektro-Limousinen. Tesla bringt Software und Reichweite. Lucid kontert mit Effizienz und Audi liefert Design und Markenvertrauen.

Der Lotus ist futuristischer als alle zusammen. Das beginnt beim Design. Mutig ist untertrieben. Da liegt der Tesla mit seinem VW-Passat-Charme um Lichtjahre zurück. Kein Wunder, denn Herr Musk hat ja seit einiger Zeit sein Interesse auf den Roboterbau verlagert. Audi und Porsche haben gerade andere Probleme als superinnovative Fahrzeuge zu entwickeln und der Lucid kämpft mit Zulassungszahlen im zweistelligen Bereich. In Deutschland. Im ganzen Jahr. Der Emeya ist ebenfalls kein Produkt für die Masse. Er ist ein Statement.

Er richtet sich an Käufer, die eben keinen Taycan, Tesla oder Audi fahren wollen.

Auch mit dem Interieur setzt sich der GT-Lotus bewusst von bekannten Ansätzen ab und kombiniert ein Rennwagenlenkrad mit einer sehr logischen und benutzefreundlichen Bedienung.



Die Sitze sind hervorragend, das Sound-System von KEF mit Dolby-Atmos zaubert Hörgenuss. Lotus hat sich neu erfunden. Mit viel Leistung, viel Gewicht und erstaunlich viel Selbstbewusstsein. Dazu gehört auch der Mut, Entscheidungen zu treffen.
Ursprünglich wollte das zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Unternehmen bis 2028 ein vollständig elektrisches Lineup umsetzen. Nun ändert der Sportwagenhersteller seine Elektrostrategie und will bis 2030 60 % Hybridmodelle und 40 % reine Elektrofahrzeugen anbieten.

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