
Modellbezeichnungen können Zivilisten (also Nicht-Motorjournalisten) ab und zu verwirren.

Einen Skoda Superb sehen manche durchaus als Super-B. Ein Leapmotor Be-zehn heißt nicht BIO, liest sich aber so. Wieso sollte ein Fahrzeug aber BIO heißen? Vielleicht, weil Chinesen lateinische Buchstaben und Ziffern ebenso gut lesen können wie wir das chinesische Alphabet. Allzu gerne erinnern sich manche an die Schreibfehler von asiatischen Plagiateuren, die PLADA oder DIOL auf nachgemachte Produkte prägen ließen, weil sie den Unterschied zwischen „L“ und „R“ nicht kannten. Dieses Problem fand schon der Schriftsteller Ernst Jandl interessant, denn „L“ und „R“ lassen sich ja leicht „velwechsern“. Schnell aus dem Augenwinkel hingeblickt, kann die Modellbezeichnung durchaus wie „BIO“ aussehen. Ist es aber nicht. Das Fahrzeug heißt BEZEHN, bzw. B10.

Es gab auch schon den Chevrolet NOVA. „No va“ bedeutet im Spanischen wörtlich „geht nicht“. Beim Ford Kuga erinnert der Name in slawischen Sprachen an „Kuga“, was „Pest“ oder „Plage“ bedeutet. Wortklauberei. Die B-Serie von Leapmotor positioniert sich als erschwingliche, intelligente Lifestyle-Lösung für Familien und Stadtbewohner – ein Segment unter dem größeren C10.

Wer den B10 entert, genießt die Animation einer Raumstation im Mitteldisplay.


Aussen freut sich der Betrachter besonders über das Heck, denn bei einer rückwärtigen Annäherung sieht der B10 aus wie ein kompakter Porsche Macan. Dem horizontalen Heckleuchtenband sei Dank. Der B10 sieht nicht aus wie ein Auto, das Aufmerksamkeit erzwingen möchte, sondern wie eines, das verstanden hat, dass echte Modernität heute eher leise wirkt. Manchmal liegt die Tücke allerdings im Detail – oder wie beim B10 auf der Mittelkonsole. Es ist die NFC-Karte. Sie kann nerven. Allerdings ist sie nur die Notfall- oder Backuplösung, wenn die App und/oder das Handy nicht funktionieren. Grundsätzlich ist die NFC-Karte wie eine Zimmerkarte im Hotel. Sie ist billig, leicht, robust, einfach zu benutzen und sicher, denn man kann sie praktisch nicht hacken und sie braucht keine Batterie in der Karte. Wenn man den B10 jedoch nur mit der Karte nutzen will, wird es mitunter mühsam. Man kann mit ihr nur auf der Fahrerseite auf einer Fläche am Fahreraussenspiegel das Auto öffnen. Wer ein Smartphone besitzt und die App aktiviert hat, ist klar im Vorteil.

Der B10 bietet viel Platz und ordentliche Leistungsdaten (56,2 kW Akku, Reichweite 361 km nach WLTP, 218 PS und 240 Nm Drehmoment für recht wenig Geld (Preis ab 28.990.-€).

Kein Wunder, dass Stellantis zusammen mit Leapmotor wachsen will und in Saragossa Synergien bei der Fertigung des neuen vollelektrischen C-Segment SUVs von Opel plant. Stellantis CEO Antonio Filosa: „Diese geplante Expansion unserer erfolgreichen Partnerschaft mit Leapmotor – einem Partner, dem wir voll und ganz vertrauen, und einer der am schnellsten wachsenden, angesehensten Hersteller von New Energy Fahrzeugen weltweit – ist für beide Seiten eine echte Win-Win-Situation. Sie wird die Produktion ankurbeln und die Lokalisierung von erstklassiger Elektrofahrzeug-Fertigung zu erschwinglichen Preisen in Europa vorantreiben, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.“
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